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Die Leiter im Park

Im Londoner Hyed Park gibt es die Speakers Corner, jeder ist frei sich dort hinzustellen, auf eine kleine Leiter oder eine Kiste und über alles zu sprechen was ihn bewegt. Theaterwissenschaftler würden diese Bühne vielleicht schon als Schauspiel definieren, so wie es ein Schauspiel ist, wenn im Krankenhaus Großvisite beim Patienten stattfindet, bei der sich in weißem Kostüm die Ärzteschar um einen versammelt.

Etwas Amüsantes den Zuhörern zu bieten, erscheint eine viel größere Kunst als über die Dinge zu sprechen die einen aufregen oder vor unfreiwilligen Zuhörern zu stehen, wie Lehrer. Für die, die amüsant sind, zahlt der geneigte Hörer Eintritt und findet sich als Comedy- oder Kabarett-Publikum wieder.

Ich lasse mich extrem gerne und häufig von Kabarett unterhalten. Darunter fällt bei mir nie die Musik, für mich sind Lieder fast immer fehl am Platz, mir schmeckt das nicht, wenn ich Musik hören will gehe ich in ein Konzert, wenn ich meine Gehirnzellen bewegen lassen möchte und dabei schmunzeln, dann gehe ich ins Kabarett.

Michael Mittermeier ist kein Kabarettist er ist zu wenig politisch und zu oberflächlich fast seicht. Was nicht bedeutet, dass ich nicht auch alle seine Programme gesehen habe. Das was ihn stark machte, waren seine mimischen und physischen Darstellungen, die er sich bei Georg Carlin abschaute und die auch Eddie Izzard beherrscht.

Mittermeier hat etwas großartiges getan, was viel zu wenig Beachtung fand. Er hat uns gezeigt, wie die Welt und wo sie lacht. Er war in Kanada bei dem größten StandUp-Festival, Just for laughs und hat dazu eine Dokumentation gedreht. Fazit: überall gibt es StandUp nur wir in Deutschland scheinen humorbefreit.

Etwa ein Jahr früher entstand die Aufzeichnung mit Andreas Thiel, ein Schweizer der sich selbst nicht als Comedian oder Kabarettist begreift sondern als Satiriker. Er war der erste der monierte, dass in Deutschland Kabarett immer politisch Links sei und er dem nicht entspreche. In der Aufzeichnung Kommunikation und Humor analysiert er wann wir warum Lachen und Arbeitet die Mentalität der Schweizer, der Deutschen und deren Sprachen heraus. Keine Sorge er spricht nur die ersten Sätze unverständliches Schweizerdeutsch.

George Carlin ist der Meister, nun zumindest für mich. Er ist 2008 verstorben und begann seine Arbeit als Radiomoderator 1950. Seine letzte Aufzeichnung 2008 mit dem Titel „It’s Bad for Ya“ ist einfach nur sehenswert. Härter, politischer und kräftiger ist aber die HBO-Aufzeichnung von 1992 mit dem Titel Jammin` in New York:

 

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