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Faszination BDSM

Es gibt Frauen die sich gerne quälen lassen? Und dadurch einen Mehrwert an Lust verspüren? Schmerzen sind doch das genaue Gegenteil von Zärtlichkeit, vom Streicheln und Kuscheln. Zwang braucht keine Hingabe. Dieser Sache musste nachgegangen werden.

Der Anfang von allem ist Fantasie, eine devote möglicherweise masochistische Frau, weiß was sie möchte durch erregende Vorstellungen. Was nicht bedeutet das man dieser nachgehen muss und das die Realität, der idealisierten Fantasie entspricht. Eine Telefonbekanntschaft beschrieb mir, auf meine Frage, wann sie es denn gemerkt habe, dass sie schon mit 13 bei der Selbstbefriedigung, zur Unterstützung, sich einen Arm ans Bett fesselte.

Eine etwas reifere Bekanntschaft setzte, um ihre klar devoten Lust endlich zu Erleben, ihre Ehe auf´s Spiel und befand sich irgendwann gefesselt auf meinem Bett wieder.

Eine andere flüchtige Bekanntschaft steht nur auf Rollenspiele bei der Sie ein Schulmädchen ist das mit der Hand den Po versohlt bekommt und dabei tierisch geil wird aber sonst keinen Sex haben möchte.

Einige verbinden mit ihrer devoten Rolle die Vorstellungen an einen dominanten führenden Mann, einen Mentor der logisch und emotional Recht hat und um die Dinge weiß die einem gut tun, der weil er besser ist, weiss, womit man glücklich wird.

Was der Idee entspricht, dass der Mann verantwortlich sei für den Orgasmus der Frau. Wo keine eigene Lust, Erregung und Fähigkeit zur Selbstbefriedigung, wird es für den Partner schwer.

Dort würde ich eher mit Yoga und Tantra beginnen.

Mit diesen drei kleinen Beschreibungen hat man das was sich unter BDSM subsumieren lässt nicht mal im Ansatz beschrieben. Ich kann nur aus meinem Nähkästchen plaudern.

Ich habe mir irgendwann gesagt: Ich lass mir von anderen doch nicht sagen, wie ich meinen BDSM zu gestalten habe.

Zumal das auch immer auf das Gegenüber ankommt, ich war und bin immer daran interessiert was die Dame reizt. Man möchte ja mehr Macht und Kontrolle. Einige mögen bestimmte Seile und das Verschnürt sein andere kalte Ketten auf der Haut, die Geräusche machen bei Bewegung.

Eine Beobachtung lässt mich jedoch glauben es ist gar nicht unbedingt das Gefühl der Hingabe und Machtlosigkeit, sondern einfach nur das Verlangen etwas anderes, Neues zu erleben.

Die heterosexuellen Männer waren am unglücklichsten – und der Grund dafür war vor allem unerfüllter Sex. „Manchmal nehmen heterosexuelle Männer Sex-Spiele nicht ernst und erkennen nur vollendeten Geschlechtsverkehr als Sex an“, erklärte die Psychologin Debby Herbenick. Das fantasielose Rein-und-Raus-Spiel war in der Untersuchung alles, was viele Hetero-Jungs tun wollten – zu anderen Dingen reichte ihre Fantasie meist nicht aus. Schwule Paare dagegen experimentierten durchschnittlich weit mehr – und das sei der Grund für ein erfüllteres (Sex-)Leben

Die Anzahl der echten Masochisten ist mit Fifty Shades of Grey nicht wirklich angestiegen, allenfalls bei einem breiteren Bevölkerungsteil, die Idee mal etwas anderes zu probieren. Was aber den Menschen die unter ihrer Neigung leiden also wirklich Probleme damit haben, weil die Sehnsucht nicht dem eigenen moralischen Kompass entspricht, vielleicht geholfen hat. Zu erkennen das man darauf steht sich kontrolliert blutig schlagen zu lassen, kann einen ganz schön verwirren, egal in welchem Alter man ist, Selbes gilt natürlich auch für die Sadisten, denen im Normalfall beigebracht wurde, das man Frauen nicht schlägt und Gewalt kein Mittel zu irgend einem Ziel ist.

Was dann bleibt ist die kontrollierte Eskalation, die Absprache in welchem Rahmen und bis wann man agieren darf. Auch um das heraus zu finden haben sich die Selbsthilfegruppen gegründet. Die Fragen um den Umgang mit Macht und Kontrolle sind auch ohne diesen Kontext interessant.

Es gab eine Phase in der ich mir sicher war gesunden BDSM zu gestalten braucht mentale Reife, ein gutes Wissen um seine Lust, über die eigenen sexuelle Fantasien und Neigungen, die Fähigkeit zur inneren Ruhe zu kommen, entspannen zu können, mit dem Partner ehrlich reflektiert zu reden, Vertrauen zu haben, Plus, ein Schuss Verrücktheit und Erlebnislust. Es braucht also eine gesunde Beziehung, in der die Rahmen klar gesteckt sind, in der kommuniziert wird und der andere verstanden.

Dieser Definition nach wäre BDSM etwas zu dem nur sexuell reife Persönlichkeiten kommen. Dem ist aber nicht so. Es gibt genug Kranke und damit ungesunde Varianten seinen Sadismus die Lust am Quälen auszuleben. So hohe Ideale an den Trieb und die Lust zu knüpfen, macht es unrealistischer zu erleben was man sich wünscht.

BDSM ist so vielfältig, wie die Personen die ihn betreiben. Es ist nicht die Arbeit gegen die Lust oder Wünsche sondern die gegen Angst und Bedenken. Wie bei fast allem, muss das jeder für sich selbst auspegeln, der Blick nach Links und Rechts schadet dabei nicht.

Eine gute Quelle für die gesunde Variante des BDSM sind Stammtische oder gentledom.de

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