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junge Menschen Sex und Medien

Das Video oder die Dokumentation ist eigentlich schlecht bis unvollständig. Die US-Gesellschaft ist eine andere, als unsere. Es geht sich darum eine zentrale Frage zu beantworten, wie bringen wir jungen Menschen bei, was gesunder Sex und ein gesundes Körperverständnis ist. Und ja, die Forderungen rechtzeitig darüber zu sprechen, ergeben sich aus dem was die Medien an die Kinder heran tragen. Das kann man zwar benennen und anprangern, dann zu einem gewissen Teil steuern aber man wird es nicht verbieten können, es gibt nur die Option zu lernen damit umzugehen, richtig umzugehen.

Das Bild was diese Dokumentation vermittelt ist nicht übertragbar auf  Deutschland, auf den Medienkonsum und das Kaufverhalten. Zum Glück gibt es noch große Unterschiede zwischen den Ländern.

Was ähnlich ist, ist das verschicken von intimeren Fotos, das zieht sich aber bis ins Erwachsenenalter.

Die Umfrage die der amerikanische Wissenschaftler vorstellt und die in den USA, mit US-Kindern gemacht wurde gibt es auch für Deutschland und diese ist weit weniger „alarmierend“ als hier dargestellt. Das Fazit der Forscher ist weit moderater und zeigt, dass die Kinder und Jugendlichen sehr wohl gelernt haben zu trennen zwischen Porn und Reallive.

Wer sich also seriös darüber informieren möchte der kann das bei der BZgA:

http://www.forschung.sexualaufklaerung.de/4923.html

Zum achten Mal wurden im Zeitraum Frühjahr bis Sommer 2014 im Auftrag der BZgA für die Studie 5.750 Interviews bundesweit geführt. 3.500 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie deren Eltern und 2.250 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren wurden zu ihrer Einstellung und ihrem Verhalten zu Fragen der Sexualität und Verhütung befragt. 1.750 davon mit Migrationshintergrund.

http://www.forschung.sexualaufklaerung.de/fileadmin/fileadmin-forschung/pdf/Jugendendbericht%2001022016%20.pdf

Kinder die sonst einen normalen Umgang miteinander lernen und die eingebettet sind in gesunde Strukturen, werden auch später eher weniger ein Problem haben, ihr Sexleben gesund zu gestalten. Das und Medienkompetenz sind der beste Schutz.

Ein bedenklicher Wert, aus der Studie, findet sich unter Punkt 10.1, bei der Frage nach der Zufriedenheit mit dem eigenen Körper. Dort geben etwa 50% an, unzufrieden mit dem eigenen Körper zu sein. Grund dafür kann die Lebensphase sein und die Vorstellungen und Ideale die das Umfeld auch in Form von Medien an die Jugendlichen heran tragen.

Natürlich weckt die Industrie in Form von Werbung und Idealen, Bedürfnisse zur Selbstoptimierung. Irgendjemand muss die Kleidung, Schminke, Schmuck und das Solarium usw. ja konsumieren.

Die Versuche der Industrie, Reizwäsche für Fünfjährige auf den Markt zu bringen, brachte die normale und notwendige öffentliche Empörung, was gut ist  – bemerkenswert wäre es ohne öffentlichen Aufschrei.

Es werden für diesen Beitrag einige Dinge vermischt die sich so nie entwickelt haben, die Rasur der Beine zum Beispiel wurde als Schönheitsideal viel früher über Werbung, in Zeitschriften und auf Plakaten idealisiert. Das hat mit Porno nichts zu tun und der ist nicht die Ursache für dieses Phänomen.

Zwei Dinge die nicht helfen sind die Augen verschließen und Verbote. Selbstzufriedenheit oder Selbstliebe, sind ein guter Faktor um bestimmte Dummheiten nicht zu machen.

Es ist halt wichtig den externen Druck, auf die Jugendlichen zum bestimmten Sex raus zunehmen und zu vermitteln, Sex soll Freude und Spaß machen und dir und deinem Partner soll es dabei und damit gut gehen, es geht sich um gute Gefühle, bei dem ganzen Sex Ding. Eigentlich einfach.

Das was Eltern ärgert könnte ist, dass sie sich mit der Sexualität auseinander setzen müssen, weil sie von außen an sie oder über ihre Kinder an sie herangetragen wird und es sich zu positionieren gilt und möglicherweise selbst mit seiner eigenen sexuellen Lust oder Unlust klar zu kommen.

Nur Eltern die Porn kennen können, ein erweitertes Bienchen und Blümchen Gespräch mit ihren Kindern führen. Deal with it.

Was mich wundert ist der Aufschrei, wenn der Aufklärungsunterricht angepasst werden soll aber die ausbleibende Empörung das elementare Dinge nicht im Lehrplan stehen, die man im Kapitalismus in der sozialen Marktwirtschaft lernen sollte: Auf was muss ich bei einem Handyvertrag oder meinem ersten Mietvertrag achten, wie gehe ich mit Ämtern um, wie wird Geld geschöpft und vermeidet man die private Verschuldung, was sind seriöse und unseriöse Informationen und Quellen usw.

Das 16 gliedrige Bildungssystem hat sich als relativ resistent erwiesen gegen durchgreifende Reformen, ich erinnere mich da an die Initiative von Richard David Precht.

Der Kampf um die Köpfe der Kinder ist ein sehr elementarer daher wird er gerne und mit Vehemenz geführt. Besonders perfide ist das beim Konsum und bei der Religion. Je früher man auf Marken und Glauben prägen kann desto nachhaltiger, setzt es sich fest.

Oder wie es irgend  ein Professor der Biologie einschätzen würde:

Das bedeutet, dass wir im Unterricht stärker Medienkompetenz vermitteln müssen. Pornos sind Märchen für Erwachsene, die wenig mit der Realität zu tun haben. Wir als Lehrer und Eltern müssen das den Kindern klar machen – sonst besteht die Gefahr, dass sie Komplexe entwickeln. Und die Schüler müssen ganz anders abgeholt werden als früher. Wir müssen ihnen stärker vermitteln, welche Rollen Liebe und Gefühle spielen. Auch sehe ich den Unterricht bei Fragen der Verhütung gefordert. Für mich ist es ganz erstaunlich, dass das Thema Aids weitgehend aus den Medien verschwunden ist – nur weil es eine Tabletten-Therapie gibt und man nicht mehr daran stirbt.

Ach ja und natürlich gibt es dazu auch einen Last Week Tonight Beitrag:

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