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Nudismus, Naturismus und Nacktivisten

Gestern hab ich nebenher das von Jürgen Lippe eingesprochene Hörbuch „Naked at Lunch: Ein Nacktforscher in der Welt der Nudisten“ gehört. Unterhaltend geschrieben und vorgetragen.

Die einzige nicht sexuelle halböffentlich Nacktheit die ich erlebt habe, als Kind und Jugendlicher waren, die Saunabesuche mit meiner Familie. Saunieren wird in dem Hörbuch nicht erwähnt, sehr wahrscheinlich weil auch hier der Amerikaner, Kleidung trägt – was wie ich finde der Idee vollkommen widerspricht.

Inhaltlich ist wenig hängen geblieben, außer die Prüderie, Teile der amerikanischen Gesellschaft, was so neu ja nicht ist und das man mal Nacktwandern gehen könnte und es tatsächlich gute Gefühle bereitet. Der Autor besucht einige Orte an denen FKK gelebt wird, wie einen französischen Urlaubsort, einen spanischen Urlaubsort und verweist auf historische Manifeste zur FKKultur auch aus Deutschland und nimmt an einer FKK Kreuzfahrt teil. Es ist eine amerikanische Sicht und so werden auch einige Urteile zur illegalen Oberkörperfreiheit, für Frauen, aus den USA erwähnt und die bestehende, alte und neue FKKultur recht amüsant nach skizziert.

Nacktheit kann vereinen und tatsächlich für ein gesünderes Körperverständnis sorgen, mehr Akzeptanz schaffen für den eigenen Körper und das Bewusstsein für die Vielfalt, weg von aller Norm, der Menschen. Es sind ein zwei gute Sätze darin, ebenso der Glaube, durch die Verbannung der Kleidung, den Kapitalismus besiegen zu können. 

Etwas weiter Hinten raus erwähnt der Autor Fuck for Forest die ich auch schon kannte, nicht aber die Begründung die der Autor gefunden hat:

Sex ist in dieser Welt zu einem Marketingtool geworden aber für gewöhnlich wird er nur benutzt, uns beschissene Produkte und Ideen zu verkaufen, statt der sexuellen Energie die ihr zustehende Ehre zu erweisen.

Das ist dann aber auch die einzige Gruppierung die Nudismus mit Sex verbindet ansonsten geht es sich wirklich nur ums Nackt sein, ohne Sex und Erotik. Der Autor wundert sich nach einer Woche Nacktwandern selbst, warum ihm die Attraktivität einer Miturlauberin erst auffällt als sie Sandalen und Kleid überstreift, er sie eine Woche lang nicht als potenzielle Partnerin oder sexuelles Wesen wahrgenommen hat.

Wäre das Buch schlecht und ohne Stellen zum Schmunzeln, Jürgen hätte sich nicht hergegeben um es einzusprechen.

Ein Glück das wir bei uns nur das Problem haben, dass den Wanderern die Beschilderung geklaut wird:

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