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Rundumschlag

Paartherapeuten haben sich bisher, als die beste Quelle, erwiesen um einen Einblick zu bekommen, was wirklich abgeht. Studien, mit einer hoffentlich eingeschränkten Fragestellung, sind meist weniger aufschlussreich als ein Therapeut, der nach 20 Berufsjahren ein Resümee zieht oder ein Buch schreibt.

Leider arbeiten diese ja meist mit Klienten die erst dann auftauchen, wenn irgend ein Problem existiert oder ein Mangel, Unzufriedenheit oder Leid das beseitigt beziehungsweise behandelt werden soll. Das schmälert den Blick und rückt die in den Fokus, wo es nicht so gut läuft.

Nun aber ein:

Geiles, wütendes Interview über die Unwissenheit und den Umgang mit Erotik; mit dem Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch:

Nein. Das größere Problem ist, dass die Leute nicht miteinander sprechen. Dass sie nicht sagen, was sie möchten, was sie erregt, was sie nicht mögen. Unter uns sind sogenannte Feeder, die ihre Freundin mästen, Objektophile, die sich in ein Auto verlieben, und Kultursodomiten, die nur mit einem Hund oder einer Katze zusammenleben – und gleichzeitig wissen viele Menschen nicht, wie die Sexualorgane aufgebaut sind, wie sie funktionieren und wo sie liegen.

Den einen erregt die Kleidung des anderen Geschlechts oder ein Tier, den anderen Nasenschleim oder das Fehlen eines Beines. Wir sprechen dann von Transvestitismus, Sodomie, Mukophagie oder Amelotatismus. Es gibt Paare, denen es gelingt, Begehren und Liebe für längere Zeit zusammenzuführen, indem sie eine solche Vorliebe in ihr Sexualleben integrieren.

Heute spielen sich rund 95 Prozent aller Sexualakte in festen Beziehungen ab. Die Singles machen 25 Prozent der Bevölkerung aus, bekommen aber nur fünf Prozent der Sexualkontakte ab. Sie ziehen Nacht für Nacht frustriert von einer Bar zur anderen, während 60-jährige Frauen und Männer, die in einer festen Beziehung leben, relativ regelmäßig miteinander schlafen.

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